Bau und Inbetriebnahme

Fragen und Antworten in Bezug auf die Inbetriebnahme

Es gibt zwei verschiedene Varianten: die Brutto- und die Nettomessung (siehe Bruttomessung / Nettomessung).

Für Anlagen über 30 kVA ist eine Lastgangmessung zwingend. Die Kosten für die Zählerfernauslesung werden vom Endkunden getragen (StromVV Art. 8). Siehe Dienstleistungen Preisblatt 2018.

Weitere Informationen finden Sie unter Schweizerische Bundesbehörden.

Gemäss revidierter Energieverordnung (EnV; SR 730.01), die im Oktober 2011 in Kraft getreten ist, müssen spätestens ab 01.01.2013 alle Produktionsanlagen mit einer Anschlussleistung ab 30kVA im Herkunftsnachweissystem der Swissgrid erfasst sein. Dies betrifft auch konventionelle Energieträger.

Produktionsanlagen mit einer Anschlussleistung ab 30kVA müssen durch einen akkreditierten Auditor beglaubigt werden.

Nein. Eine doppelte Vermarktung des ökologischen Mehrwerts kann bei einem positiven KEV Zuschlag nicht weiter erfolgen. Bei einer Aufnahme ins KEV ist eine Meldung an die SAK zwingend notwendig.

Für Anlagen über 30kVA entstehen zusätzliche Kosten für die Lastgangmessung, den Auditor und die Abnahmemessung.

Dienstleistungen Preisblatt 2018

Für sämtliche Produktionsanlagen über 30kVA muss eine Lastgangmessung installiert werden (unabhängig von der Spannungsebene). 

Eigenverbrauchsnutzung

Fragen und Antworten in Bezug auf die Eigenverbrauchsnutzung

Einfache Eigenverbrauchsnutzung für Liegenschaften mit einem Endverbraucher (z.B. Einfamilienhäuser)

Energieerzeugungsanlage (EEA) < 30 kVA Energieerzeugungsanlage (EEA) > 30 kVA

Messung EEA und Endverbraucher:

1 Registerzähler

Messung EEA und Endverbraucher: 
2 geeichte Lastgangzähler
(die Lastgangmessung für Produktionsanlagen >30kVA ist gesetzlich vorgeschrieben)

Einmalige Kosten: Installation der Zähler

Wiederkehrende Kosten: monatliche Messkosten gem. kostenpflichtige Dienstleistungen

 

Eigenverbrauchsgemeinschaften für Liegenschaften mit mehreren Endverbrauchern (z.B. Mehrfamilienhäuser, Geschäftshaus)

Energieerzeugungsanlage (EEA) < 30 kVA Energieerzeugungsanlage (EEA) > 30 kVA

Messung EEA:

1 lastgangfähiger Zähler

Messung EEA: 1 geeichter Lastgangzähler
(die Lastgangmessung für Produktionsanlagen > 30 kVA ist gesetzlich vorgeschrieben)

Einmalige Kosten: Installation der Zähler

Wiederkehrende Kosten: monatliche Messkosten gem. kostenpflichtige Dienstleistungen

Messung Endverbraucher: Jeder Teilnehmer in der Eigenverbrauchsgemeinschaft muss mit einem lastgangfähigen Zähler ausgestattet sein. Grundsätzlich gilt, dass pro Kunde (Endverbraucher) eine separate Energiemessung benötigt wird.

Der Eigenverbrauch wird durch die zeitgleiche Gegenüberstellung der gemessenen Leistungswerte von Produktion und Verbrauch ermittelt. Die Messwerte werden auf ¼h-Basis aufgezeichnet.

Die Vorgehensweise ist nach Liegenschaft und verwendeter Messeinrichtungen unterschiedlich.

 

Einfache Eigenverbrauchsnutzung für Liegenschaften mit einem Endverbraucher (z.B. Einfamilienhäuser)

Der Eigenverbrauch wird nicht separat gemessen. Mit den eingesetzten Messeinrichtungen wird der Bezug aus und die Rücklieferung ins Netz gemessen.

 

Eigenverbrauchsgemeinschaften für Liegenschaften mit mehreren Endverbrauchern (z.B. Mehrfamilienhäuser, Geschäftshaus)

Der Eigenverbrauch wird nicht gemessen, sondern berechnet. Für die Berechnung dienen die Messwerte der Produktion der Energieerzeugungsanlage und die der einzelnen Verbraucher.

Die Abrechnung basiert auf dem Stromverbrauch je Endverbraucher ohne Abzug des Eigenverbrauchs.

Der Eigenverbrauch für die gesamte Liegenschaft wird separat auf einer Gutschriftsabrechnung an den Ansprechpartner ausgewiesen.

Verwendete Formeln
 

Wenn Produktion > Summe Verbrauch
Überschuss  = Produktion – Summe Verbrauch
Eigenverbrauch  = Produktion – Überschuss 
 Wenn Produktion < Summe Verbrauch
Überschuss  = 0kW
Eigenverbrauch  = Produktion

 

Ja, zum Beispiel Boiler, welche während der Normallastzeit nachgeladen werden müssen, sind möglichst mit automatischem Tag-Nachtschalter auszurüsten. Auf eine Tagessperrung wird in diesem Fall verzichtet. Ebenfalls wird auf eine Tagessperrung verzichtet, wenn der Wassererwärmer über die eigene Energieerzeugungsanlage (zum Beispiel Photovoltaik, Energiespeicher) geladen wird.

Vergütungssysteme

Die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) ist für folgende Technologien vorgesehen: Wasserkraft (bis 10 Megawatt MW), Photovoltaik, Windenergie, Geothermie, Biomasse und Abfälle aus Biomasse.

Die Vergütungstarife für Elektrizität aus erneuerbaren Energien wurden anhand von Referenzanlagen pro Technologie und Leistungsklasse festgelegt. Die Vergütungsdauer beträgt je nach Technologie 20 bis 25 Jahre.

Aufgrund der zu erwartenden technologischen Fortschritte und zunehmender Marktreife der Technologien ist ein Absenkpfad für die Vergütungstarife vorgesehen. Diese Absenkung betrifft jeweils nur die neu angemeldeten Anlagen; sie erhalten über die gesamte Vergütungsdauer einen dann konstant bleibenden Vergütungstarif.

Wer sich für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) entscheidet, kann seine produzierte Energie nicht gleichzeitig auch am freien Ökostrommarkt verkaufen.

Fragen und Antworten in Bezug auf die Vergütungssysteme

Einfache Eigenverbrauchsnutzung für Liegenschaften mit einem Endverbraucher (z.B. Einfamilienhäuser)

Für den Eigenverbrauch erfolgt keine separate Abrechnung. Auf Ihrer Rechnung für Energiebezug und Netznutzung ist die Eigenverbrauchsmenge bereits abgezogen.

Eigenverbrauchsgemeinschaften für Liegenschaften mit mehreren Endverbrauchern  (z.B. Mehrfamilienhäuser, Geschäftshaus)

Für den Eigenverbrauch der gesamten Liegenschaft wird eine separate Abrechnung als Gutschrift erstellt. Diese wird dem Ansprechpartner der Eigenverbrauchsgemeinschaft 2-monatlich zugestellt bzw. ausbezahlt.

Einfache Eigenverbrauchsnutzung für Liegenschaften mit einem Endverbraucher (z..B. Einfamilienhäuser)

Der Eigenverbrauch ist in der Verbrauchsabrechnung bereits abgezogen.

Eigenverbrauchsgemeinschaften für Liegenschaften mit mehreren Endverbrauchern (z.B. Mehrfamilienhäuser, Geschäftshaus)

Die Erstattung des Eigenverbrauchs erfolgt für die zuviel bezahlte Energie-, Netznutzung, die Abgaben und die Mehrwertsteuer.

Berechnungsbeispiel Mehrfahmilienhaus mit Photovoltaikanlage
Photovoltaikanlage mit 20 kW max. Produktionsleistung (20 kWp) 20 kWp x 1000 h
Durchschnittliche Jahresproduktionsmenge = 20'000 kWh
Endverbraucher (durchschnittliche Jahresverbräuche)  
Allgemein 99 1'000 kWh
Wohnung 00 2'000 kWh
Wohnung 01 3'300 kWh
Wohnung 02 1'500 kWh
Wohnung 03 2'700 kWh
Jahresgesamtverbrauch = 10'500 kWh

Ca. 30% des Jahresgesamtverbrauchs können erfahrungsgemäss durch die Jahresproduktionsmenge gedeckt werden
(= Eigenverbrauch)

30 % x 10'500 kWh
  = 3'150 kWh
  20'000 kWh - 3'150 kWh
Verbleibende Überschussmenge (Rückspeisung ins Stromnetz) = 16'850 kWh

Die Gutschrift für den Eigenverbrauch setzt sich aus den gültigen Preisen der SAK für Energie, Netznutzung, die Abgaben und Mehrwertsteuer zusammen.

Berechnungsbeispiel mit gültigen SAK Preisen 2017: Es wird ein Eigenverbrauchsanteil von 40% Normallast (T1) und 60% Schwachlast (T2) angenommen.

  Normallast (T1) 
in Rp./kWh
Schwachlast (T2)
in Rp./kWh
Gesamtbetrag in CHF
Energie (Produkt Premium naturstrom basic) 7.74 5.39 199.39
Netznutzung (Produkt SDN400) inkl. SDL 7.90 5.00 194.04
Abgaben 2017 (KEV, Gewässerschutz) 1.50 1.50 47.25
Mehrwertsteuer 8.0 %     35.25
Gutschrift Eigenverbrauch (3‘150 kWh)     475.94
Die verbleibende Überschussmenge (16‘850 kWh) wird 2017 mit 5.45 Rp./kWh vergütet.     918.33

 

KEV geförderte Anlagen

Wird ein Teil der Produktion selbst verbraucht, so erhält der Stromproduzent die kostendeckende Einspeisevergütung nur für die tatsächlich ins Netz eingespeiste Energiemenge (Überschussproduktion).

NICHT durch die KEV geförderte Anlagen oder Anlagen, für die eine Einmalvergütung ausbezahlt wurde.

Wird ein Teil der Produktion vor Ort selbst verbraucht, so wird dem Stromproduzenten nur die tat-sächlich ins Netz eingespeiste Energiemenge (Überschussproduktion) von der SAK abgenommen und vergütet. Ebenso stehen nur die HKN für die Überschussproduktion dem Produzenten für den Verkauf zur Verfügung.

Anlagen mit einer Netzanschlussleistung von >30kVA

Seit dem 1. Januar 2013 gilt für diese Anlagen die Herkunftsnachweiserfassungspflicht. Unabhängig davon, ob ein Teil der Produktion einer solchen Anlage vor Ort selber verbraucht wird (Eigenverbrauch) oder nicht, muss die gesamte Nettoproduktion jeden Monat im von Swissgrid betriebenen Schweizerischen Herkunftsnachweissystem erfasst werden.

Herkunftsnachweise, welche für Strom ausgestellt werden, der vor Ort selber verbraucht wird (Eigenverbrauch), müssen entwertet werden.

Anlagen mit einer Netzanschlussleistung von 30kVA oder weniger

Für diese Anlagen gilt die Herkunftsnachweiserfassungspflicht nicht. Bei einer freiwilligen Registrierung ist es für solche Anlagen zulässig, statt der Nettoproduktion auch nur die Überschussenergie im Herkunftsnachweissystem zu erfassen.

Auch bei einer freiwilligen Erfassung müssen Herkunftsnachweise, welche für Strom ausgestellt werden, der vor Ort selber verbraucht wird (Eigenverbrauch), entwertet werden. Dies ist jedoch nur notwendig, wenn die Nettoproduktion im Herkunftsnachweissystem erfasst wird.

Weitere Informationen zum Privatverkauf finden Sie in der Naturtrombörse.

HKN AUSSCHREIBUNGEN

Der erhöhte Bedarf an Herkunftsnachweisen (HKN) der durch die Einführung von naturstrom basic als Standard ab 2016 hervorgerufen wird, wird auf dem Online Marktplatz herkunftsnachweise.ch über Ausschreibungen beschafft. Photovoltaik Produzenten im SAK Gebiet haben die Möglichkeit an diesen Ausschreibungen teilzunehmen. Die Ausschreibungen werden von der Energieplattform AG, dem Beschaffungsdienstleister Ostschweizer Energieversorgungs- unternehmen (EVU) durchgeführt. Die Energieplattform AG führt sämtliche Energie- sowie HKN Beschaffungen für die SAK und weitere EVU durch.

Dank steigender Nachfrage wird ein zusätzlicher Bedarf an Herkunftsnachweisen aus Photovoltaikanlagen entstehen. Diese sollen mit einer Online Ausschreibung öffentlich beschafft werden. Besitzer einer Photovoltaikanlage die noch nicht von der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) profitieren, haben die Möglichkeit mitzubieten und bei einem allfälligen Zuschlag eine zusätzliche Vergütung zu erhalten.

Die Ausschreibungen werden je nach Bedarf mehrmals als «umgekehrte Auktion» für Besitzer von Photovoltaikanlagen durchgeführt. Bei einer umgekehrten Auktion erhalten Produzenten mit dem tiefsten Gebot für den Herkunftsnachweis den Zuschlag. Über die Ausschreibung verkaufen Produzenten lediglich den ökologischen Mehrwert. Die Vergütung der physikalischen Einspeisung erfolgt weiterhin beim örtlichen Netzbetreiber. Man ist davon überzeugt, dass mit dieser Massnahme ein weiterer positiver Impuls zur Förderung erneuerbarer Produktion aus der Region gegeben wird.

  • Die PV-Anlage profitiert noch nicht von der Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV).
  • Bei der PV-Anlage ist bereits eine Messung installiert (separate Messung oder Überschussmessung).
  • Die PV-Anlage wurde durch die Swissgrid beglaubigt.
  • Die PV-Anlage ist im Herkunftsnachweissystem der Swissgrid erfasst.
  • Der PV-Produzent registriert sich auf der Plattform herkunftsnachweise.ch und meldet dort seine Produktionsanlage(n) an.
  • Die PV-Anlage ist bereits in Betrieb.
  • Die PV-Anlage erfüllt die Ausschreibebedingungen.

Die Teilnahme an einer Ausschreibung bedingt einer vorgängigen Registrierung. Hier geht es zur Registrierung

Weiterführende Hilfen und Informationen finden Sie unter den folgenden Links:

Kontakt

Unverbindliche Anfrage für den Parallelbetrieb einer Energieerzeugungsanlage mit dem Netz der SAK.

Name und Anschrift des Betriebsinhabers

Folgende Angaben sind für eine allfällige Auszahlung der Vergütung notwendig

Standort der Anlage

Name und Anschrift des Installateuers

Adresse

St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG
Vadianstrasse 50
Postfach 2041
9001 St.Gallen
 
Telefon 071 229 51 51
E-Mail info@sak.ch

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
07.30 bis 12.00 Uhr und
13.00 bis 17.00 Uhr