01.05.2026

SAK startet ökologische Sanierung des Sitterwehrs

Mit einem Spatenstich hat die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) den Baustart für die ökologische Sanierung der Wasserfassung List (Sitterwehr) des Kraftwerks Kubel voll-zogen. Das Wehr liegt auf der Kantonsgrenze von Appenzell Ausserrhoden (AR) und Appenzell Innerrhoden (AI), zwischen Stein AR und Schlatt-Haslen Al. Ziel des Projekts ist es, die Durch-gängigkeit für Fische und Geschiebe wiederherzustellen und den Fischschutz zu verbessern – als Beitrag zur Aufwertung der Gewässerökologie und zur langfristig nachhaltigen Nutzung der Wasserkraft an der Sitter. Die Anwesenheit des Energiedirektors von Appenzell Ausserrhoden und des Bauherrn von Appenzell Innerrhoden unterstreicht die Wichtigkeit dieses Bauprojekts für die Region.

Wasserfassung für das Kraftwerk Kubel – heute mit Einschränkungen für Fische

Beim Wehr List wird Wasser aus der Sitter gefasst und unterirdisch in den Gübsensee geleitet. Dieser dient als Speichersee für das Kraftwerk Kubel in St.Gallen. Die Ausbauwassermenge der Fassung ist konzessioniert auf 5.2 Kubikmeter pro Sekunde. Der Fischaufstieg über das Wehr ist heute nicht möglich und der Fischabstieg ist gleichermassen wie der Geschiebehaushalt wesentlich beeinträchtigt.

Gesetzlicher Auftrag und Projektziel

Nachdem sämtliche erforderlichen Bewilligungen vorliegen, hat die SAK mit den Bauarbeiten zur ökologischen Sanierung des Sitterwehrs – in Anwesenheit von Hans Dörig, Bauherr des Kantons Appenzell Innerrhoden und Dölf Biasotto, Energiedirektor des Kantons Appenzell Ausserrhoden – begonnen. Mit diesem Projekt setzt SAK die Vorgaben des Gewässerschutzgesetzes als ersten Teil des Gesamtkonzeptes für die ökologische Sanierung des Kraftwerks Kubel um. Das Gewässerschutzgesetz verpflichtet Betreiber bestehender Wasserkraftanlagen, erhebliche Beeinträchtigungen der Gewässerökologie zu beheben. «Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit den kantonalen Fachstellen erarbeitet. Im Zentrum stehen die Wiederherstellung der Geschiebe- und Fischdurchgängigkeit sowie Schutzmassnahmen beim Fischabstieg», sagt die verantwortliche Projektleiterin der SAK, Cornelia Gämperli.

Technische Massnahmen: Coandarechenfassung, Fischtreppe und Fischabstieg

Im Rahmen der Sanierung wird das bestehende Wehr in eine vertikal angeströmte Rechenfassung (Typ Coanda) umgebaut. Ergänzend dazu werden eine Fischtreppe (konventioneller Schlitzpass) für den Fischaufstieg und ein Fischabstieg (Bypass) auf der rechten Uferseite realisiert. Damit soll das Wehr für Bachforellen, Groppen und Barben ganzjährig sowohl flussauf- als auch flussabwärts passierbar werden. Geschiebe und Feinsedimente können über die Rechenanlage und durch einen Freihaltekanal ins Unterwasser gelangen.

Bauablauf bis Sommer 2027: Umgehungsgerinne und etappierte Umsetzung

Für die Bauarbeiten wird die Sitter in ein temporäres Umgehungsgerinne auf der Innerrhoder Seite umgeleitet. Der Umleitungskanal wird bis zu den Sommerferien erstellt. Nach den Sommerferien wird die bestehende Wasserfassung ausser Betrieb genommen. Es folgen die Umleitung der Sitter sowie die Bauarbeiten am Wehr und am neuen Betriebsgebäude. Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende Januar 2027.

Ab dem 1. April 2027 – nach Ablauf der Fischschonzeit – werden die Wasserhaltungsdämme rückgebaut und die Fischtreppe auf der rechten Uferseite erstellt. Der Abschluss der Gesamtbauarbeiten ist bis Ende Juni 2027 vorgesehen.

Investition in die Gewässerökologie

Die Baukosten betragen rund 4 Millionen Franken und werden aus dem Netzzuschlagsfond entschädigt. Die Bauarbeiten erfolgen unter Berücksichtigung der geltenden umwelt- und fischereirechtlichen Vorgaben sowie in enger Abstimmung mit den zuständigen Fachstellen. Aufgrund der Abhängigkeit von Witterung und Baugrundverhältnissen können sich einzelne Bauphasen zeitlich verschieben.

Für die SAK ist die Sanierung ein wichtiger Schritt, um Ökologie und Energieproduktion besser in Einklang zu bringen: «Mit der Sanierung des Sitterwehrs verbessern wir die Fischdurchgängigkeit und den Fischschutz an einem zentralen Punkt der Sitter. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Gewässerökologie und sichern gleichzeitig eine langfristig nachhaltige Nutzung der Wasserkraft in der Region», sagt Adriano Tramèr, Leiter Geschäftsbereich Produktion der SAK.