29.08.2025

SAK senkt 2026 die Strompreise in der Grundversorgung

Die Strompreise der SAK (St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG) – zusammengesetzt aus den Komponenten Energie, Netznutzung, Abgaben und neu dem Messtarif – sinken im Tarifjahr 2026. Für einen durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt resultiert daraus eine jährliche Entlastung von rund 4,4 Prozent bzw. etwa 60 Franken weniger im Vergleich zu 2025.

Hauptgrund für die Preissenkung sind tiefere Beschaffungspreise für Energie am Strommarkt. Die Netzkosten sinken, wobei ab dem 1. Januar 2026 die Messkosten separat ausgewiesen werden. Bis Ende 2025 sind die Messkosten Bestandteil der Netzkosten. Vergleicht man die Kosten der Netznutzung 2025 mit jenen von 2026 inklusive Messtarif, steigen die Netzkosten im nächsten Jahr leicht an. 

Energie: Sinkende Beschaffungspreise durch Marktentspannung 

Die Situation an den Terminmärkten hat sich während der Beschaffungsperiode für 2026 weiter entspannt.

Für einen durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt (ElCom-Verbrauchskategorie H4) sinkt der Energiepreis gegenüber dem Vorjahr von 15,94 Rappen pro Kilowattstunde (Rp./kWh) auf 13,97 Rp./kWh.

Neu ist ab 2026 auch die schweizweit harmonisierte Rückliefervergütung gemäss Mantelerlass. Massgeblich für deren Höhe ist nicht mehr der Beschaffungspreis gleichwertiger Energie bei Dritten, sondern der Referenzmarktpreis des Bundesamts für Energie (BFE). Dies wirkt zusätzlich preisdämpfend.

Netznutzung: Leicht steigende Gesamtkosten 

Die Entgelte für Netznutzung – inklusive der Kosten des Übertragungsnetzes wie Systemdienstleistungen (SDL), Stromreserve und solidarisierten Kosten (eine neue Komponente u.a. zur Finanzierung von erzeugungsbedingten Netzverstärkungen) – sinken ab 2026 für einen durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt (Kategorie H4) von 11,83 Rp./kWh auf 10,91 Rp./kWh. 

Die Reduktion bei den Vorliegernetzkosten (Axpo, Swissgrid), die sinkende Verzinsung der Netzanlagen sowie die Herauslösung der Messkosten aus den Netznutzungstarifen wirken entlastend. In der Gesamtbetrachtung (Netzkosten plus Messtarif) ergibt sich jedoch ein Anstieg von 0,64 Rp./kWh gegenüber 2025. Hauptursachen sind Investitionen in die Netzinfrastruktur im Rahmen der Energiestrategie, steigende Instandhaltungskosten, rückläufige Absatzmengen, Auflösung von Unterdeckungen sowie zusätzliche Kosten aus der Umsetzung des Mantelerlasses. 

  • Die SDL sinken von 0,55 Rp./kWh auf 0,27 Rp./kWh – bedingt durch tiefere Kosten für die Regelleistungsbeschaffung der Swissgrid. 
  • Die Stromreserve steigt von 0,23 Rp./kWh auf 0,41 Rp./kWh, verursacht durch rückläufige Bezugsmengen über das Verteilnetz. 
  • Neu werden ab dem 1. Januar 2026 solidarische Kosten erhoben: 0,05 Rp./kWh (davon 0,04 Rp./kWh für Netzverstärkungen, 0,01 Rp./kWh für die Stahlindustrie). 

SAK stellt gleichzeitig die Netznutzungstarife der Basiskundengruppe (derzeit Netzprodukt SDN400) vom Doppeltarif- auf ein Einfachtarifmodell um (neu: SBN400 SAK BasicNet). Dies führt zu einer verursachergerechten Zuordnung der Kosten.  

Kundinnen und Kunden erhalten dadurch mehr Flexibilität: Warmwasserboiler werden in Zukunft durch unsere externe Ansteuerung dauerhaft freigegeben und neu über den integrierten Thermostat gere-gelt. Der Boiler kann künftig jedoch auch individuell gesteuert werden, zum Beispiel abhängig von der eigenen Photovoltaikanlage zur Optimierung des Eigenverbrauchs oder über eine Zeitschaltuhr. Steu-erbare Lasten können somit selbständig angesteuert und dadurch im Optimalfall der Eigenverbrauch gesteigert und die Stromkosten optimiert werden. Weiter können die Kunden ihre Elektrofahrzeuge, ohne tarifliche Auswirkungen auf die Netznutzungskosten, jederzeit laden. 

Abgaben: Unverändert

Der Netzzuschlag für die Förderung erneuerbarer Energien bleibt bei 2,30 Rp./kWh bestehen.